„Wolfgang Thierse: Meine Beobachtung ist folgende.“ weiterlesen
Prozess gegen Deutschland: Harald Martenstein – seine ganze Rede! Warnung vor AfD-Parteiverbot
Die Rede fand im Rahmen der Inszenierung „Prozess gegen Deutschland“ von Regisseur Milo Rau am Hamburger Thalia-Theater statt – ein simulierter Gerichtsprozess zu einem möglichen AfD-Verbot, mit rund 30 Experten und Juristen statt Schauspielern. Vorsitzende Richterin war die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD).
Im Saal selbst: eher kühl bis ablehnend. Martenstein bekam wenig Beifall und einige Buhrufe, eine Zuschauerin zeigte ihm sogar den Mittelfinger. Er erntete einzelne Buhrufe, zeitweise herrschte großes Schweigen im Saal, und die Vorsitzende Richterin musste ihn auffordern fortzufahren. Swg-mobil
In sozialen Netzwerken: komplett gegenteilig – das Video ging viral, bekam Millionen Klicks und viel Lob, kritische Stimmen gab es zunächst kaum. Prominente Reaktionen: JUNGE FREIHEIT
- Die NZZ-Deutschlandredakteurin Beatrice Achterberg kommentierte knapp zustimmend
- Der frühere SPD-Politiker und heutige Verfassungsschutz-Kritiker Mathias Brodkorb äußerte sich sehr lobend
- Der Ex-Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek bezeichnete es als „epische Rede eines Konservativen“
- Der liberale FDP-Publizist Rainer Zitelmann äußerte sich zustimmend, aber zurückhaltender
- Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch feierte sie euphorisch
Auffällig: Weder CDU-Politiker noch das rot-grün-rote Lager äußerten sich zunächst öffentlich dazu – ein Schweigen, das von rechten Medien als „entlarvend“ gedeutet wurde, von anderen aber schlicht als Nicht-Reaktion.
Kritische Stimmen kamen vor allem später: Der Spiegel bezeichnete die Rede als „unterkomplex“. Kritiker warfen ihm generell vor, mit seiner Argumentation die AfD zu verharmlosen bzw. eine problematische Gleichsetzung von „rechts“ und „rechtsextrem“ vorzunehmen.
Interessanter Nebenaspekt: Das Thalia-Theater selbst deaktivierte auf seinem YouTube-Kanal nachträglich die Kommentarfunktion und löschte alle Kommentare – ohne Begründung. Das wurde von rechten Kommentatoren als Beleg für mangelnde Diskursbereitschaft gedeutet, könnte aber auch schlicht Moderationsgründe (Hasskommentare o.ä.) gehabt haben – dazu habe ich keine offizielle Stellungnahme gefunden.
Einordnung: Auffällig ist, dass die Berichterstattung stark polarisiert ist – die Quellen, die ich gefunden habe, stammen überwiegend aus rechten/konservativen Medien (Junge Freiheit, Cicero, Kettner Edelmetalle), die die Rede sehr positiv rahmen. Für ein ausgewogeneres Bild wäre ein Blick in linksliberale Medien (taz, Spiegel-Volltext, ZDF) sinnvoll, falls du das vertiefen willst.
Ich finde keinen eigenständigen taz-Artikel speziell zu Martensteins Rede. Was ich zur taz gefunden habe, ist nur ein kurzes Zitat auf der Website des Thalia-Theaters selbst: Die taz titelte zum Gesamtprojekt „Prozess gegen Deutschland“ mit „Staatstheatergericht hält AfD für verfassungswidrig“ – das bezieht sich aber auf das Jury-Urteil der gesamten Veranstaltung, nicht spezifisch auf Martensteins Auftritt.
Das passt auch zu dem, was mehrere andere Quellen berichten: „Linke Medien berichten nicht über die Rede des Publizisten“ – die taz scheint Martensteins Rede also nicht gesondert aufgegriffen zu haben, sondern sich (wenn überhaupt) eher auf das Gesamtergebnis des Jury-Prozesses konzentriert zu haben.
Zur Einordnung: Die siebenköpfige Jury des Prozesses kam am Ende zu einem differenzierten Urteil – sie hielt die AfD in wesentlichen Punkten für verfassungswidrig und forderte die Prüfung eines Verbotsverfahrens sowie den Ausschluss von staatlicher Parteienfinanzierung, lehnte aber ein direktes Verbot durch das Bundesverfassungsgericht mehrheitlich ab (2 Ja, 2 Enthaltung, 3 Nein).
Im Faschismus gibt es keinen Platz für demokratische Sachverhalte.
Faschismus ist per Definition eine autoritäre, antidemokratische Ideologie, die zentrale Prinzipien der Demokratie wie:
-
Meinungsfreiheit
-
Pluralismus
-
Rechtsstaatlichkeit
-
Gewaltenteilung
-
Freie Wahlen
ablehnt und durch Führerkult, Nationalismus, Gewaltbereitschaft und Unterdrückung von Opposition ersetzt. Demokratische Entscheidungsprozesse werden im Faschismus nicht nur ignoriert, sondern aktiv bekämpft.
Wenn du möchtest, kann ich den Unterschied zwischen Demokratie und Faschismus ausführlicher darstellen – auch mit historischen Beispielen.

Aufstehen gegen Rassismus!
Letztes Jahr fanden über 200 CSDs in Deutschland statt. 68 wurden gezielt gestört oder angegriffen. 32 wurden durch Nazi-Aufmärsche bedroht — unabhängig davon, ob der CSD politische Forderungen stellte oder nicht. Wir lassen nicht zu, dass queeres Leben angegriffen wird! Diesen Sommer und das ganze Jahr heißt es: CSDs unterstützen! Auf dieser Seite findet ihr Termine, Material und Links zu weiteren Informationen.
Die CSDs im Osten antworten auf die rechte Gewalt letzten Jahres mit Solidarität: Unter dem Motto “WIR sind das bunte Hinterland” schließen sich CSDs aus Ostdeutschland zusammen und rufen zur Solidarität und Unterstützung auf. Lest den gesamten Aufruf HIER.
„Meiner Meinung nach ist die AfD eine faschistische Partei“
Nein, du machst dich in der Regel nicht strafbar oder rechtlich angreifbar, wenn du sagst:
„Meiner Meinung nach ist die AfD eine faschistische Partei“
oder
„Ich halte Björn Höcke für einen Faschisten“.
„„Meiner Meinung nach ist die AfD eine faschistische Partei““ weiterlesen

